Mit dem Carolina Rig auf dicke Herbst Barsche

Die Wassertemperatur sinkt langsam aber sicher in Bereiche, auf die sich viele von uns freuen. Jetzt ist noch einmal das große Fressen angesagt. Was an vielen Gewässern aber sofort auffällt, ist das die Stachelritter jetzt wieder vermehrt am Grund zu finden sind und nicht mehr wie im Sommer, in der ganzen Wassersäule rauben.

In der Regel ziehen die meisten Räuber jetzt auch schon eine Etage tiefer und sind in Wassertiefen zu finden, die man aus der Winterangelei kennt. Hier sollte jedoch jeder mit Nachsicht agieren und Fische die unter 8 Meter Tiefe stehen, nicht mehr anangeln. Trotz vorsichtigem Drill, überleben Barsch und Zander das in den meisten Fällen nicht, auch wenn sie beim Release noch fit aussehen.

Die gute Nachricht ist aber, dass gerade aktive Fische in ihren Fressphasen oft deutlich flacher ziehen, auch wenn das Echolot im ersten Moment gähnende Leere anzeigt. Gerade die kleinen Trupps an besseren Barschen, sind dann oftmals sogar in relativ flachen Uferbereichen zu finden und das selbst bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Jetzt kann man Sternstunden erleben, wenn alles passt!
Julian Wurziger

JAEGER und Sammler


Wenn es um die Taktik geht, kann vieles funktionieren. Gerade in den kurzen Fressphasen funktionieren auch die Klassiker wie Action Shads am Jig hervorragend, hier hat gerade der ABRAM schon bewiesen was er kann.
Was ist aber, wenn ich gerade keine Fressphase erwische oder aktive und passive Fische gleichermaßen ansprechen will?

Ganz nach dem Motto „Probier´s mal mit Gemütlichkeit“, schlägt jetzt das für mich beste Kaltwasser Rig zu.
Das Carolina Rig oder kurz C-Rig, sammelt alles ein und oft sogar die ganz dicken Kirschen, welche schon viele der Standard Köder vor dem Maul hatten.
Man kann es so variantenreich führen wie kaum einen anderen Köder. Während im warmen Wasser noch kräftiges jiggen sehr erfolgreich war, ist jetzt weniger mehr.
Wie schon angedeutet, funktioniert zur kälteren Jahreszeit das C-Rig für mich am besten geschliffen.
Hierbei schleife ich das Bullet Weight nur sehr langsam mit der Rutenspitze über den Boden, ganz ohne Zupfer oder wilde Bewegungen.

Einerseits wirbelt man damit das Sediment am Grund auf, was die Räuber neugierig macht.
Andererseits bekommen wir durch den Offset Haken kaum Hänger am Grund und der Barsch kann unseren Köder durch das lange Vorfach ganz ohne Widerstand aufnehmen.

Als Köder kann man eigentlich alle üblichen Gummis verwenden, einen besonderen Reiz geben aber gerade bei dieser Angelei, Krebse und Creature Baits. Gerade wenn das Wasser kälter wird, stellen diese einen besonderes großen Proteinhappen dar.
Außerdem ist diese potentielle Beute auch deutlich einfacher und effektiver zu jagen ist als ein flüchtender Beutefisch.

Das erklärt auch die Führungsmethode „Schleifen“, man sollte nämlich gerade beim Angeln auf große Barsche immer probieren, so natürlich wie möglich zu fischen. Krebse bewegen sich in der Regel nicht in „jiggenden“ Bewegungen über den Grund, sondern eher langsam und kontinuierlich.

 

Daher müssen wir uns oft auch auf kaum spürbare Bisse einstellen. Meistens hängen sich die Kollegen einfach nur während dem schleifen ein und man spürt Widerstand, welcher sofort mit einem Anhieb beantwortet werden sollte.
Ich erkläre mir das mit dem weniger aktiven Fluchtverhalten im Gegensatz zu Beutefischen. Der Barsch muss den Krebs nur vom Boden aufsammeln, was ein weniger harten Bass erzeugt als bei einer Jagd.

Jetzt sind wir auch schon bei meinem Nummer Eins Köder für dieses Rig. Der ASTA erfüllt alles was ein guter C-Rig Bait können muss. Die Vibrationen die unser Bullet Weight durch das schleifen auf den ASTA überträgt, werden in die verschiedenen kleinen Gummiärmchen übertragen und reizen so die Barsche bis es nicht mehr geht. Außerdem ist dieser Gummi geflavourt, was gerade in kaltem Wasser Trumpf ist.
Das hat auch den Effekt, das der Barsch den Köder länger im Maul behält, bevor er merkt das etwas nicht stimmt. Probiert es aus und überzeugt euch selbst!
Asta

Tackle Check


Bei der Frage welches Tackle wir dafür am besten nutzen sollten, müssen wir bei dem wichtigsten anfangen, den Kleinteilen!
Das Carolina Rig besteht im ersten Teil aus Fluocarbon, auf dem das Bullet Weight und eine Perle zum Knotenschutz läuft, das alles wird mit einem Wirbel abgeschlossen.
Danach folgt nochmals ein Fluocarbon Vorfach mit zu guter Letzt dem Haken. Die Länge dieses Vorfach´s kann immer ein bisschen dem Beißverhalten angepasst werden, in der Regel sind aber 40-60cm ein guter Anfang.

Bei den Offset Haken sollte ganz besonders auf Qualität geachtet werden, wie schon erwähnt hängen sich Fische oft nur ein und auch mit einem Zander sollte immer wieder gerechnet werden. Dabei ist es wichtig extrem scharfe und trotzdem stabile Haken zu verwenden, damit korrigiert man die Fehlbissqoute deutlich nach unten.

Das Bullet Weight gibt es sowohl als Blei aber auch aus Tungsten. Neben dem Aspekt der Nachhaltigkeit, hat Tungsten aber auch weitere spürbare Vorteile. Durch die geringere Masse bei gleichem Gewicht, fliegt es besser und vermittelt uns einen noch genaueren Bodenkontakt. Außerdem erhält man Tungsten Gewichte auch in verschiedenen Farben, da macht sich bei klarem Wasser ein dunkles Gewicht besser als ein grelles silbernes Blei.
Die Grammzahl ist abhängig vom jeweiligen Gewässertyp und sollte wie beim Jigkopf individuell ermittelt werden. Allerdings kann man durchaus auch ein schwereres Gewicht nutzen, da der Köder durch das lange Vorfach auch dann noch über seine schwerelose Phase verfügt. Das ist gerade für Uferangler interessant, die auf Wurfweite angewiesen sind.

Wer in Stillgewässern angelt und nicht viel basteln möchte, dem kann ich ruhigen Gewissens unsere fertigen Carolina Rigs empfehlen. Qualitativ wirklich hochwertig und in wenigen Sekunden angeknotet. Warum immer kompliziert, wenn es auch einfach und genauso gut geht.

 

Als Hardware nutze ich dafür nur noch Spinnruten. Mit Castingruten geht das natürlich auch aber durch das längere Pendel des Rig`s, lässt sich damit deutlich unbequemer werfen.
THE PERCH ONE ist ein klasse Rute für diese Methode. Durch Ihre extra fast Action bekommt man jeden Zupfer und Stein klasse übertragen und im Drill verfügt sie eine Menge Rückgrat um auch mit besseren Fischen fertig zu werden.
Mir persönlich gefällt dazu eine 2500er Rolle am besten, damit ist die Rute gut ausbalanciert und man erreicht beachtliche Wurfweiten. Eine geflochtene Schnur im PE Rating #1.0 sollte es aber schon sein.
Man bedenke, das wir viel über den Grund kratzen und mit diesem Rig auch vor Hindernissen fischen.
Da macht sich ein wenig Reserve immer gut!

Probiert es aus und fangt eure C-Rig Kirsche.

Petri und viel Spaß am Wasser wünscht euch
Julian Wurziger

Hinterlasse einen Kommentar

Alle Kommentare werden vor ihrer Veröffentlichung geprüft